Projekte im Arbeitsbereich Gender im Recht

Recht und Geschlecht: Das In Iure-Videoarchiv

Das In Iure-Videoarchiv umfasst über 100 Beiträge, die seit 1983 bis heute entstanden sind und in der Lehre, Forschung, akademischen Weiterbildung und für den Wissenstransfer in die Gesellschaft eingesetzt wurden. Die inhaltlichen Schwerpunkte der Beiträge liegen in den Bereichen Geschlecht im Recht, „Gender and Judging“, „Gender and Careers in the Legal Academy“, Rechtskunde und Anwaltsberuf.  

Das Material beinhaltet vor allem, aber nicht nur, Videos, die sich mit unterschiedlichen Geschlechteraspekten im Recht beschäftigen. Die Geschlechterforschung ist kein neu etablierter Forschungszweig. Es gab bereits seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Forschende, die sich der Thematik wissenschaftlich widmeten. Das ließ auch die Rechtswissenschaft nicht unberührt. Gleichheit, Gleichberechtigung und das Verbot der Benachteiligung sind seit des 1994 in seiner Gänze geltenden Art. 3 GG ein zentraler Pfeiler unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und Geschlechtergleichstellung eine Staatszielbestimmung. Die Ungleichheitsdimension Geschlecht stellt allerdings nur ein Diskriminierungsmerkmal, neben anderen wie z.B. Herkunft, Religion, Behinderung usw., dar. Die Fülle an gesetzlichen Regelungen, die ein Diskriminierungsmerkmal direkt oder indirekt betreffen, ist erheblich. Nichtdiskriminierungs- und Gleichstellungsaspekte bilden im Recht eine Querschnittsperspektive, denn sie durchziehen sämtliche gesetzliche Regelungsmaterien. Gesetze wie das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) oder das Landesgleichstellungsgesetz (LGG NRW) sollen Menschen vor benachteiligenden Erfahrungen schützen und schaffen einen rechtlichen wie auch normativen Rahmen. Allerdings sind diese Entwicklungen noch nicht ausreichend, um Diskriminierungen, Stereotypen und Gewalt etwas entgegenzusetzen. Es bedarf daher einer konstanten forschenden Perspektive, um Entwicklungen zu überprüfen und zu fördern. Das Archiv dient damit auch als nachhaltige Sicherung rechtshistorischer Inhalte zur Entwicklung des Gleichstellungsrechts und forschenden Perspektiven bezüglich der Thematik Gender und Recht. Der Blick in die Vergangenheit zeigt oftmals auf, welche Schritte bereits getan wurden und welche es noch zu tun bedarf. Dabei ist die Vergangenheit im Lichte der damaligen gesellschaftlichen und rechtlichen Situation zu betrachten und kritisch anhand heutiger Perspektiven zu hinterfragen.

Das Archiv beherbergt darüber hinaus Beiträge, die sich mit der Vermittlung von Recht in der Schule befassen, Videos zur Einführung in den Anwaltsberuf und Videos, die einen thematischen Bezug zur Stadt Hagen haben.

Die Beiträge sind unter der Leitung von Ulrike Schultz, Akad. Oberrätin a.D., entstanden, die sie im Laufe ihrer Tätigkeit an der FernUniversität in unterschiedlichen Projekten, die sie aufgebaut und durchgeführt hat, produziert hat.

Der Bestand des Archivs ist katalogisiert. Hier finden Sie den Link zur Titelübersicht.

Wir wünschen viel Spaß und eine lehrreiche Zeit beim Stöbern! Link zum Archiv

Menstruation als Bildungs- und Sozialisationsaufgabe

Reproduktive Rechte und ihre Vermittlung im Bildungssystem
(gemeinsam mit Dr. Johanna M. Pangritz, Lehrstuhl für Empirische Bildungsforschung, FernUniversität in Hagen)

Das Projekt setzt an dem bisher eher vernachlässigten Aspekt des Menstruierens für die weibliche Sozialisation an. Zwar wird besonders in entwicklungspsychologischen Sozialisationsperspektiven das Einsetzen der Menstruation als Beginn der Jugendphase von Mädchen konzipiert, jedoch wird daran anschließend nicht danach gefragt, welche Prozesse der Subjektivierung und damit verbunden Bildungsprozesse angestoßen werden. Mehr erfahren

Am Limit! Geburtshilfe in Deutschland: Faktische Problemlagen und rechtlicher Handlungsbedarf

In dieser Forschungskooperation mit Dr. Verena Klappstein von der Universität Passau steht der gegenwärtige Versorgungsmangel in der Geburtshilfe in Deutschland im Fokus.

Habituelle Sondierungen in den juristischen und sozialarbeiterischen Professionen

Beteiligung am Projekt „Gender Politics“

Um sich neuen und z.T. lediglich in digitalen Räumen stattfindenden Prozessen und Verhältnissen in ihrer Komplexität anzunähern, hat sich die Forschungsgruppe „Gender Politics“ gegründet. Sie vereint Disziplinen wie Bildungswissenschaft, Geschichtswissenschaft, Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft, Philosophie, Politikwissenschaft, Psychologie, Geschichte der Europäischen Moderne sowie Rechts- und Wirtschaftswissenschaft. Die wissenschaftliche Leitung der Forschungsgruppe hat Jun.-Prof. Dr. Irina Gradinari inne.

Beteiligung am Projekt “EDELNet+ PhD Training in Research Methods and Skills“

The EDELNet+ PhD Training Programme in Methods and Skills of Legal Research invites students who have already started or are planning to start in the near future their PhD studies in Law or another discipline, like Sociology, Economics, Political Science, Philosophy, with a focus on law to apply for participation in the 2025 edition of the interinstitutional online seminar on “Contemporary Methods of Legal Research”.

Das EDELNet+ PhD Training Programme in Methods and Skills of Legal Research lädt Studierende, die bereits mit ihrem Promotionsstudium in Rechtswissenschaften oder einer anderen Disziplin wie Soziologie, Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaft, Philosophie mit Schwerpunkt Recht begonnen haben oder dies in naher Zukunft planen, zur Teilnahme an der Ausgabe 2025 des interinstitutionellen Online-Seminars zum Thema „Zeitgenössische Methoden der Rechtsforschung“ ein.